Selbst gemacht

Ja, ich hatte mich mit Gesichtscreme und Bodylotion eingecremet. Ja, ich hatte natürlich Duschmittel und Haarshampoo benutzt. Das riech gut, das war günstig und Probleme sind mir nie aufgefallen... also, alles gut!

Dann bekam ich Kinder. Auch meine Kinder hatten hier mal eine Schramme und da mal eine Schürfung und fast immer hiess es, streich etwas Ringelblumensalbe hin. Okay.

2003 sah ich einen Kurs ausgeschrieben, worin gezeigt wird, wie Ringelblumensalbe selbst hergestellt werden kann. Na das war doch mal was! Ich meldete mich an und das war der Anfang von allem.

Der Kurs hat mir sehr gut gefallen, vor allem, weil ich sah, wie einfach es ist, eine Salbe herzustellen. Und mir wurde bewusst, dass ich so auch selber entscheiden konnte, was dort rein kommt und was nicht.

Nun ist es ja wie mit vielen Dingen so, zuerst scheint es einfach... dann versteht man immer mehr und bemerkt, wie komplex alle Dinge sind. Angefangen mit der Information von der Kursleiterin, dass z.B. ätherische Öle nicht beliebig eingesetzt werden können. Und vor allem, wie wichtig es ist, auf gute Qualität zu achten! Nun, auf Düfte möchte ich hier nicht zu sehr eingehen, denn das ist ein Thema, das einen eigenen Eintrag füllen würde...

In einem zweiten Kurs, haben wir gelernt eine Creme herzustellen. Der Unterschied zwischen Creme und Salbe ist der Wasseranteil. Das heisst, eine Salbe hat keinen Wasseranteil. Sie ist darum auch etwas fettiger, aber in der Regel auch länger haltbar und zwar mindestens ein Jahr. Sobald Wasser drin ist, lohnt es sich das Produkt zu konservieren. Ich habe es ohne probiert und meine Erfahrung war, dass einige Produkte bereits nach einer Woche Schimmel ansetzen... Hier kommt schon die nächste Schwierigkeit: womit konserviere ich, damit das Produkt möglichst natürlich und verträglich bleibt. Doch keine Angst, es ist sehr vieles möglich und es gibt gute Lösungen.

Schliesslich habe ich die Herausforderung angenommen, habe probiert und hergestellt, habe gelesen und mich informiert, habe gelernt und gestaunt - immer wieder.

Am meisten Freude habe ich, wenn jemand zu mir kommt und mir sagt, womit sie Probleme haben und ob es da etwas gibt, ausser dem Üblichen, was man kennt und kaufen kann. Ich sage dann, ich schau mal, was ich machen kann. Nebst dem, was ich schon weiss, hol ich noch meine Bücher hervor und mach mich schlau. Tolle Produkte habe ich gemacht, andere sind mir bis heute nicht zufriedenstellend gelungen.

Es macht mir riesigen Spass, es ist eine Passion von mir geworden und für mich, hat die Herstellung von Körperpfelgeprodukten etwas meditatives.

Wenn ich Kurse gebe, werde ich immer mal wieder gefragt, warum ich denn meine Rezepte einfach so weitergebe? Weil ich es wichtig finde, dass wir Wissen teilen und es auch weitergeben. Hätten das vorher andere Menschen nicht auch schon gemacht, wüssten wir heute viele Dinge nicht. Zudem ist es mir wichtig, die Menschen aufzufordern, sich zu überlegen, womit sie sich und ihre Haut pflegen. Und nicht nur das, oft überlegt man sich nicht, dass das was man auf die Haut streicht auch irgendwann wieder abwäscht. Ja, ich finde es auch wichtig, sich bewusst zu sein, dass nicht alle Inhaltsstoffe abbaubar sind und somit unserer Umwelt nicht wirklich gut tun.

 

Ich liebe es Produkte herzustellen und ich liebe es Kurse zu geben. Es ergeben sich immer wieder spannende Begegnungen. Hier finden Sie meine aktuellen Kursdaten. Ich freue mich auf Sie :-)

Kommentar schreiben

Kommentare: 0